Talk
"Anonymität im Fokus kritischer Praxis und künstlerischer Forschung"
Vortragsreihe [Q]uerblicke: Anonymität
2. Juli 2018
Hörsaal 150, HCU Hamburg

Praktiken und Vorstellungen von Anonymität zählen zu den grundlegenden kulturellen Formationen der westlichen Moderne; Anonymität kann dabei dem Schutz persönlicher Freiheitsrechte dienen, kann durch fehlende Rechenschaftspflicht aber auch teils menschenverachtend und illegale Praktiken und Handlungsräume mit sich bringen. Ausgehend von künstlerischen Projekten und Positionen, die im Rahmen des Forschungsprojekts “Re-Configuring Anonymity” zu Anonymitätsregimen neu entwickelt wurden, sowie anderen existierenden Arbeiten mit thematischem Bezug, wirft dieser Vortrag einen Blick auf kritische, forschende künstlerische Praxis und den (teils umstrittenen) Begriff der “künstlerischen Forschung”. Anhand dieser Beispiele dafür, wie zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler den Begriff und die Bedeutung von Anonymität adressieren widmet er sich der Frage, wie durch experimentelle Situationen die Struktur und Relevanz bestimmter Formen der Anonymität erforscht werden kann und was für Aspekte und Fragen der Anonymität durch die künstlerischen Forschungsprojekte adressiert und aufgeworfen werden können, die in alltäglichen Umgebungen sozialer Interaktion nicht leicht zu durchschauen und erforschen sind, aber in semi-autonomen Bereichen künstlerischer Forschungs-Arenen auf unterschiedliche Art auf die Probe gestellt, provoziert und überspitzt werden können.

Die Ringvorlesung wird in Kooperation mit dem VW Schlüsselthemenprojekt "Reconfiguring Anonymity - Reciprocity, Identifiability and Accountability in Transformation" der Universitäten Bremen, Leuphana und Hamburg organisiert.



Book Launch
META. Tracing Unknown Knowns
transmediale 2018, face value
February 4, 2018
Berlin, House of World Cultures

With: Víctor Mazón Gardoqui, Daniela Silvestrin, Mario de Vega, Carsten Stabenow, Dicey Studio
META. Tracing Unknown Knowns is an artistic investigation and publishing project, launched and presented at transmediale by the artists, editors, and designers who developed it. Its aim is to trace the symptoms, structures, and dynamics of how information is produced, controlled, and distributed in an era marked by so-called post-truth and post-factual politics, as well as more generally by what philosopher Harry G. Frankfurt describes as “bullshit”: the increasing indifference to what is being told as long as it has the desired effects. Based on the conjunction of a portable server, security print materials (UV ink), and a website, META oscillates between screen and paper, digital and analog, tangible and withdrawn, private and public, commodity and commons.