Projektleitung & Kuration
dokART Zukunftstreff 2020
Eine Veranstaltungsreihe des europäischen Filmfestivals dokumentART – films & future
Oktober - Dezember 2020


Unter dem Dach des Europäischen Filmfestivals dokumentART – films & future wurden von Oktober bis Dezember 2020 im neuen Format Zukunftstreff in Neubrandenburg und weiteren Orten in Mecklenburg-Vorpommern dringende Zukunftsfragen besprochen und diskutiert. Dabei ging es um Themen, die die nähere Zukunft der Menschen betreffen, hier und anderswo. Wir leben in Zeiten permanenter Veränderung: Klimawandel, Digitalisierung, Globalisierung und ganz aktuell sind wir alle mehr oder weniger von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Was treibt die Menschen in der Region an, welche Wünsche, Hoffnungen und Zweifel haben sie, im Kontext des sozialen Miteinanders, der Arbeitsmarktchancen, der politischen Stimmung in der direkten Umgebung und mit dem Blick auf die Zukunft? Mit einem ernsten und einem lachenden Auge fragten wir: Sind wir noch zu retten?!
Gleichzeitig schauten wir gemeinsam über den Tellerrand. Welche Projekte gibt es anderswo, von denen man lernen kann, welche Stimmen können und sollten verstärkt gehört werden und wie können wir uns neues Wissen und neue Praxis aneignen und wo finden wir UnterstützerInnen?
Inhaltliche Schwerpunkte lagen im Programm des Zukunftstreff 2020 über die verschiedenen Veranstaltungen hinweg vor allem auf zwei aus unserer Sicht zur Zeit besonders relevanten Aspekten beim Nachdenken über Zukunft: Nachhaltigkeit, sowie soziale Interaktion und Kommunikation mit Schwerpunkt auf die heutige Generation Z einerseits und speziell die Grenzregion von MV und Polen andererseits.

Im 1. Zukunftstreff #ESSEN beschäftigen wir uns mit Fragen dazu, was Umstellungen bei Ess- und Kaufentscheidungen für den Einzelnen ausmachen und bedeuten. Vom dokART Team gedrehte Interviews, und ein daraus geschnittener Film blickten hinter verschiedenste Kulissen: Von der Eismanufaktur Jackle & Heidi, dem Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie (ZELT) oder auch Oberbürgermeister Silvio Witt in Neubrandenburg, über LunchVegaz in Rothenklempenow, bis hin zur Bäckerei Reichau in Grambin, sprachen wir mit vielen kleinen und großen Nahrungsmittelproduzenten und -experten aus der Region. Aber auch Experten wie die Köchin, Autorin und Aktivistin Sophia Hoffmann und Jana Koltzau vom Projekt KlimaTeIler haben wir getroffen und gesprochen. Im Rahmen des Online-Workshops "Der Preis unserer Ernährung"wurde mit Peter Schmidt von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. aktiv zur Verbindung der Klimakrise mit unseren Entscheidungen und Optionen beim Lebensmittelkauf gearbeitet.

Im 2. Zukunftstreff #BODEN beschäftigen wir uns mit Fragen dazu, welche Veränderungen im Denken und Produzieren sind nötig, damit die Bewirtschaftung von Betrieben für nachwachsende Generationen für die Zukunft sinnvoll erscheint. Von der Greifswalder Initiative “Land schafft Wandel” und Björn Pasemann von der FINC Foundation, über die Bodenkünstlerin Anneli Ketterer mit dem Projekt “Kunstacker” auf Schloss Bröllin und Ve-Anissa Spindler vom Siebengiebelhof in Suckow, bis hin zu Michael Sack, Landrat von Vorpommern-Greifswald, und Phillip Brändle von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) haben wir mit vielen sehr spannenden Leuten und deren Initiativen gesprochen, die uns das Thema nahe gebracht und viele der Hintergründe viel klarer gemacht haben. Im Workshop "Soundcamp: Der Klang des Bodens" eröffnete Klangkünstler Daniel Wolter akustische Zugänge zum Medium Erde. Mittels spezieller Sensoren, die im Boden vergraben wurden lauschten wir den Klängen und Geräuschen unter unseren Füßen. Vor Ort wurden verschiedene Klangexperimente umgesetzt und dabei in Echtzeit ins Bodeninnere hineingehört.

Im 3. Zukunftstreff #LERNEN beschäftigen wir uns speziell mit Zukunftsfragen und -themen der sogenannten Generation Z, also junger Menschen die etwas zwischen 1998 und 2012 geboren sind. Neben verschiedenen Jugendlichen aus Demmin haben wir uns mit Hannah Kuke vom Verein T30 in Demmin, Wibke Seifarth, Moderatorin für Kinder- und Jugenbeteiligung beim Kreisjugendring und Leiterin des Café 3K in Demmin, und auch Aileen Moeck von der Initiative Die Zukunftsbauer unterhalten. Zudem fand ein thematisch angebundener Workshop für und mit Jugendlichen aus Demmin in Form einer zentralen digitalen Veranstaltung und als Mischung aus einleitendem fachlichen Input einer externen Expert*in, Diskussionen und Arbeitsgruppen vor Ort statt, in Kooperation mit Wibke Seifarth vom KJR / Café 3K und in Zusammenarbeit mit Martin Koch, Schulsozialarbeiter des Goethegymnasiums in Demmin.

Im letzten Zukunftstreff #PRODUZIEREN beschäftigen wir uns mit Fragen dazu, wie man also Postwachstums-Praktiken so weiterentwickeln kann, dass sie sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher positive Wirkung entfalten. In den vom dokART Team geführten Interviews – unter anderem mit dem Team des Landeszenrums für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (LEEA) und Paul-Vincent Roll von der Initiative "Filmmakers for Future" – blicken wir wieder hinter verschiedenste Kulissen zum Thema. Im Online-Workshop „Postwachstum konkret“, geleitet von der Forscherin, Dozentin und Moderatorin Jana Bauer, setzen wir uns weiter mit dem Konzept des anders Wirtschaftens jenseits des Wachstumsparadigmas auseinander. Wir lernten vielfältige Beispiele solidarischen, ökologischen, demokratischen und regionalen Versorgens kennen. Und wir fragten uns, wie wir unser Leben, Arbeiten und Versorgen eigentlich gestalten wollen - und welche Möglichkeiten wir hierfür in unseren Städten und Gemeinden, in unserem Alltagsleben sehen.

>> Playlist aller Video-Interviews auf Youtube

Impressionen (Auswahl):